News aus dem aktuellen Schuljahr

An sieben verdiente Bürger überreichte Oberbürgermeister Udo Glatthaar (links) die neuen Ehrennadeln der Stadt Bad Mergentheim: an (von links) Alois Haas, Uwe Kurz, Luzia Knödler, Gerhard „Gerd“ Landkammer, Christa Zechlin, Andreas Schweizer und Heidi Deeg. „Es sind Menschen – so steht es in den Richtlinien, die wir uns 2017 gegeben haben – die sich über einen längeren Zeitraum hinweg ehrenamtlich für das Gemeinwohl in der Stadt Bad Mergentheim oder in einem der Stadtteile engagiert haben. Das klingt relativ nüchtern, doch dahinter verbirgt sich eine große Leidenschaft für diese Stadt, ein großer Dienst für die Menschen, die hier leben oder hierherkommen“, leitete Oberbürgermeister Udo Glatthaar den Festakt am vergangenen Donnerstagabend ein. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung wurden die ersten „Bürgerehrennadeln“ der Kurstadt unter großem Applaus verliehen. An: Heidi Deeg, Alois Haas, Luzia Knödler, Uwe Kurz, Gerhard „Gerd“ Landkammer, Andreas Schweizer und Christa Zechlin.

„Die Bürgerehrennadel soll den Dank und die Anerkennung der Stadt zum Ausdruck bringen und damit eine Ergänzung zur sehr selten verliehenen ’Bürgermedaille’ sein, die man bereits kennt“, erläuterte der Rathaus-Chef und sagte weiter: „Die neue Ehrennadel kann pro Kalenderjahr an bis zu fünf Personen verliehen werden. Heute sind es für die Jahre 2018 und 2019 zusammen sieben Personen. – Ich bin sehr dankbar für dieses neue Symbol der Wertschätzung. Es handelt sich um eine vergoldete Anstecknadel, die das Stadtwappen trägt und zusammen mit einer Urkunde überreicht wird.“

Glatthaar rief den Geehrten zu: „Wir wollen Ihr Tun, von dem die ganze Stadt unendlich profitiert, sichtbar machen. Denn das große ehrenamtliche Engagement ist ein riesiger Schatz und Reichtum, den man niemals als selbstverständlich hinnehmen darf.“

In einer kurzen Laudatio stellte OB Glatthaar schließlich die zu ehrenden Bürger einzeln vor:

(...) Alois Haas: „Er hat zwei große Bildungsinstitutionen dieser Stadt geleitet: erst die Volkshochschule und später mehr als 20 Jahre lang das Deutschorden-Gymnasium. Er ermöglichte außergewöhnliche Vorträge und Studienreisen in eher unbekannte Regionen Europas. Er holte die prominentesten Redner nach Bad Mergentheim, um damit auch den Ruf unserer Stadt zu fördern, unter anderem den Sohn von Thomas Mann, die weltberühmte Sportfliegerin Elly Beinhorn oder den Raketentechniker Prof. Hermann Oberth. 1962 initiierte er erstmals eine deutsch-französische Woche mit Aktionen in der ganzen Stadt. Er hat sich als Organisator und Leiter von Reisen verdient gemacht, fuhr bereits 1959 nach Paris und Südnorwegen, 1962 in entlegene Gegenden Spaniens und flog 1964 nach Griechenland. Alois Haas ist ein echter Völkerverständiger und hat auch sonst viele Menschen mit ihren Geschichten zusammengebracht; er hat wesentlich dazu beigetragen, der Stadt Bad Mergentheim ein weltoffenes Gesicht zu geben!“

(...) Christa Zechlin: „Sie ist seit 37 Jahren prägendes Mitglied der Bad Mergentheimer Gruppe von Amnesty International. Schon bald nach ihrem Eintritt 1982 hat sie die Leitung der ai-Gruppe übernommen, die sie fast 30 Jahre lang innehatte, bis Ende 2016. Sie engagierte sich mit Petitionen, Informationskampagnen, Ausstellungen und Aktionen wie den ’Briefen gegen das Vergessen’ für die Freilassung politischer Gefangener und die Einhaltung der Menschenrechte. Zum 60-Jahr-Jubiläum der ’Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte’ 2008 hat die Amnesty-Gruppe ein nachhaltiges Projekt, den 1,5 Kilometer langen Menschenrechtspfad initiiert, der vom Kurpark aus hoch über das Taubertal führt. Weitere Aktionen waren eine ’Klagemauer’ gegen Folter, der ’Gerümpelberg’ gegen Zwangsräumungen und die ’Lichtaktion’ gegen die Todesstrafe mit Verwandlung des Deutschordensschlosses in eine große Protestleinwand (2013).

2017 durfte ich als Oberbürgermeister mit ihr gemeinsam eine Dokumentations-Ausstellung zur 40-jährigen Arbeit von Amnesty in Bad Mergentheim im Neuen Rathaus eröffnen. Eine begehbare Buchskulptur auf dem Marktplatz erinnerte zudem an das 70-Jahr-Jubiläum der UN-Menschenrechts-Charta (2018). Christa Zechlin ist eine echte Kämpferin für die Menschenrechte; sie hat mit großer Ausdauer dafür gesorgt, dass diese wichtigen Themen nicht den Bühnen der großen Politik überlassen werden, sondern hier vor Ort präsent sind und bleiben!“

Gerührt und dankbar nahmen die Geehrten die Auszeichnung samt Urkunde, Blumen für die Damen und das Weinpräsent entgegen.

Mit freundlicher Erlaubnis von: Sascha Bickel © Fränkische Nachrichten, Samstag, 13.04.2019

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