Integration am DOG

Als einzige Schule im weiteren Umkreis ist das DOG Stützpunktschule zur Integration von ausländischen Schülern. Speziell geschulte Lehrkräfte begleiten die Kinder und Jugendliche, trainieren die deutsche Sprache und helfen bei der Integration in die Regelkassen.

 

Ansprechpartnerinnen für den DaZ-Unterricht am DOG:

 

Frau Luise Börner

Kontakt:

luise.boerner@dog-mgh.de

 

Frau Eva Grund

Kontakt:

eva.grund@dog-mgh.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NEU: Beitrag im Südkurier vom 09.10.2016 zur Tagung "Neue Konzepte zur Integration"

 

Das Ziel der am Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim durchgeführten Integration ist es, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher nationaler Herkunft möglichst zügig die deutsche Sprache so beherrschen, dass sie die ihrem Alter und ihrem Leistungsvermögen entsprechende Klassenstufe erfolgreich absolvieren können.

 

Die ausländischen Schüler im Schuljahr 2015/16 mit ihrer DaZ-Lehrerin Frau Börner (ganz links) und unserer Schulleiterin Frau Rühtz (rechts). Wie man sieht, fühlen sich die zwölf Mädchen und Jungen unterschiedlicher Herkunft sichtlich wohl an unserer Schule.

 

Ausgangspunkt war der Wunsch nach Aufnahme zahlreicher ausländischer Schülerinnen und Schüler, deren Eltern hier eine Arbeitsstelle antraten, zu Beginn des Schuljahres 2013. In Bad Mergentheim und dem gesamten Main-Tauber-Kreis gab es damals keinerlei weitere Anlaufstellen, weder an der Werkrealschule noch beim Jobcenter.
Zusammensetzung der aktuellen beiden Gruppen
. Momentan umfasst die 2013 eingerichtete Gruppe 9 Schülerinnen und Schüler aus Rumänien, Libanon, Brasilien, Niederlande und Portugal im Alter zwischen 11 und 19 Jahren. Eine dieser Schülerinnen ist 2013 direkt in die Kursstufe eingestiegen und hat 2015 das Abitur gut bestanden.
 Die 2014 eingerichtete Gruppe umfasst 10 weitere Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 16 Jahren aus Großbritannien, Niederlande, Ungarn, Rumänien, Kasachstan, Russland und Spanien. Einer dieser Schüler ist 2014 direkt in die Kursstufe eingestiegen und lag im Halbjahr bei einem Schnitt von 9,3.

 

Jeder Schüler wird einer dem Alter entsprechenden Klasse zugeteilt, wobei darauf geachtet wird, dass Schüler mit demselben nationalen Hintergrund nicht in der gleichen Klasse sind und eine Klasse, wenn möglich nicht mehr als zwei ausländische Schüler hat. Auch achte ich darauf, dass, wenn möglich, deutsche Schüler in der Klasse sind, die in der Nähe des ausländischen Schülers wohnen.
Sie nehmen in allen Fächern am Unterricht teil und tauchen so in einen von der deutschen Sprache geprägten Tagesablauf ein. Sind sie Klasse 7 bis 10 zugeteilt, wird ihre Mutter-sprache als 2. Fremdsprache auf Antrag unserer Schule genehmigt (Formular Antrag auf schulische Eingliederung ausländischer Schüler). Sie haben dann keinen Unterricht in dieser Sprache und müssen im 2. Halbjahr eine schriftliche Prüfung (an unserer Schule) und eine mündliche Prüfung (an der Schule des zuständigen Lehrers) ablegen. Die ermittelte Note wird ins Zeugnis eingetragen. Wir haben diese Anträge mittlerweile genehmigt für Russisch, Portugiesisch, Niederländisch, Rumänisch und Ungarisch. 
Zusätzlich haben sie jede Woche 4 Stunden Deutschunterricht außerhalb der regulären Unterrichtszeit. Zur Zeit bieten wir vier unterschiedliche Kurse an. Es gibt einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs. Dazu kommen zwei Kurse „Deutsch als Bildungssprache in der Mittel- und Oberstufe“, in denen sich die Schüler mit schriftlichen Aufgabenstellungen beschäftigen. Für diese Kurse setze ich eine Lehrerin mit der Zusatzausbildung „Deutsch als Zweitsprache“ ein. 
Alle Lehrer müssen in den ersten Monaten Rücksicht nehmen und im Unterricht differenzieren. So erhalten die ausländischen Schüler nicht immer die gleichen Aufgabenstellungen wie die deutschen. Sie sollen von Beginn an alle Klassenarbeiten mitschreiben, um das Niveau kennen zu lernen. Allerdings werden sie nicht notwendigerweise benotet. Hilfestellungen erhalten sie dadurch, dass wir jedem Schüler ein zweisprachiges Wörterbuch zur Verfügung stellen, das während des Unterrichts und in Arbeiten benutzt werden darf. Das Deutschbuch für den Zusatzkurs stellen wir den Schülern ebenfalls zur Verfügung. Bei Aufgaben in Klassenarbeiten verzichten die Lehrer bei diesen Schülern zum Beispiel auf reine Textaufgaben oder, wenn die Schüler älter sind, stellen sie die Fragen auf Englisch. So bekommen sie zum Beispiel in Geschichtsarbeiten Text- statt Bildquellen und in Mathematik anstelle von Textaufgaben innermathematische Aufgabenstellungen.


Dem Aufnahmeverfahren geht ein ausführliches Elterngespräch, das ich führe, voraus. Ich nehme Einblick in die Geburtsurkunde und das letzte Zeugnis und bestehe dabei auf Übersetzungen. Im Einzelfall sind Dolmetscher dabei. Ich kläre die Eltern ausführlich über die Fächer, den Stundenplan und die Organisation einer deutschen Schule auf. Im Normalfall vereinbaren wir eine Eingliederung über zwei Jahre. In dieser Zeit werden Schüler und Eltern von mir begleitet. Mindestens zweimal im Schuljahr wird ein ausführliches Elterngespräch geführt, für das ich von jedem unterrichtenden Lehrer Rückmeldungen einfordere. Diese Rückmeldungen konzentrieren sich auf das Verhalten im Unterricht, die aktive Mitarbeit, die Leistungsfähigkeit im jeweiligen Fach, die Fortschritte in der Beherrschung der deutschen Sprache und die Integration in die Klasse.

Im positiven Fall bleiben die Schüler in der Klasse und erhalten am Schuljahresende entweder eine Versetzung in die nächsthöhere Klasse, eventuell unter Aussetzung einzelner Noten aufgrund noch nicht vorhandener ausreichender Sprachkenntnisse oder eine Versetzung auf Probe. 
Im negativen Fall wiederholen die Schüler die Klassenstufe. 
Freiwillig die Klassenstufe erneut besucht haben in den letzten beiden Jahren zwei Schüler, die der 10. Klasse zugeteilt waren. Sie hätten zwar eine Versetzung erreicht, ohne dass Noten ausgesetzt werden mussten, aber sie fühlten sich noch nicht in der Lage, in die Kursstufe einzusteigen. Sie rechneten sich bessere Chancen auf ein gutes Abitur aus, wenn sie die 10. Klasse „wiederholten“. Beide haben sich zu wirklich guten Schülern entwickelt.

Die Schüler werden sofort einer Klasse zugeteilt, in der sie im positiven Fall die kommenden Jahre bleiben. Auf diese Weise werden sie sozial eingebunden, können gleich zu Beginn Freundschaften schließen, was ihnen helfen wird, sich zu integrieren. Sie werden auch schneller die Sprache lernen, weil die deutschen Schüler im Normalfall weder rumänisch noch ungarisch oder portugiesisch sprechen und sie mehr als 30 Stunden pro Woche mit der deutschen Sprache konfrontiert werden. 
Sie sehen sofort die Anforderungen in der deutschen Schule und können sich auf das Niveau einstellen. Sie haben im Normalfall in einzelnen Fächern wie zum Beispiel in Mathematik, Musik, Kunst oder Sport, in denen es nicht in erster Linie auf die Sprache ankommt, Erfolgserlebnisse.

Am meisten herausgefordert werden durch dieses Modell die Lehrkräfte der Schule. Sie müssen den Spagat zwischen den deutschen und den ausländischen Schülern schaffen, sie müssen differenzieren im Unterricht, sie müssen versuchen, sich mit den ausländischen Schülern zu verständigen. Das fällt bei älteren Schülern leichter, weil diese meist Englisch können. Jüngere Schüler sind dafür unbefangener und eher bereit, deutsch zu sprechen, sie gehen das Risiko, Fehler zu machen, eher ein als die älteren.Das Modell ist Ausgangspunkt und Zentrum von vielfachen Möglichkeiten der Kooperation und Integration mit Maßnahmen des Regierungspräsidiums Stuttgart und regionalen Initiativen.