An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

Ein Vermessungsprojekt mit dem Landratsamt des Main-Tauber-Kreises bringt den 9. Klassen die Angewandte Trigonometrie näher:

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Die Geometrie gehört seit der Antike zu den sieben freien Künsten. Von größter Bedeutung war ihr Einsatz in der Architektur und in der Landvermessung. Schon vor 2500 Jahren legten Euklid, Thales oder Pythagoras den Grundstein der modernen Mathematik. Die meisten erinnern sich noch Jahre nach ihrer eigenen Schulzeit an diese Namen. Rasant dagegen schritt die Entwicklung der verwendeten Geräte voran.

Am Deutschorden-Gymnasium konnten die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen mit Hilfe des Vermessungsamtes in einer praktischen Situation Trigonometrie hautnah erleben. In sechs kleinen Gruppen vermaßen die Jugendlichen mit Hilfe eines Tachymeters das auf dem Schulgelände von den Mitarbeitern des Vermessungsamtes vorbereitete und markierte Geländestück. Nur mit einem maßstäblichen Plan und einem Messprotokollblatt ausgestattet, starteten die Schüler ihre Messungen. Jede Gruppe wurde von einem Mitarbeiter des Vermessungsamtes in die Bedienung und die Funktionsweise der modernen Vermessungsgeräte eingewiesen und betreut. Anschließend konnten sie die Entfernungen zu den einzelnen Markierungspunkten bestimmen. Als weitere Information lieferte das Tachymeter den Winkel zum Hilfsziel. b_150_100_16777215_01_images_2015-16_Vermessunghp_4.jpg
b_150_100_16777215_01_images_2015-16_Vermessunghp_3.jpg Doch mit den Daten des Tachymeters war das Geländestück natürlich noch nicht vermessen. Alle weiteren Informationen mussten nun trigonometrisch berechnet werden. Sofort stellte sich die Frage, wo eigentlich das Messgerät auf der Planzeichnung des Geländestückes sei. Dies führte wie bei einer Landkarte zur Einführung eines Koordinatensystems für die betrachtete Fläche. Weitere Fragen richteten sich nach deren Umfang oder den Seitenlängen. Schließlich sollte aber auch der Flächeninhalt berechnet werden. Durch geschicktes Zerlegen der gesamten Fläche in einzelne Dreiecke konnte auch diese Aufgabe gelöst werden.

 

Um all diese Fragestellungen zu beantworten, genügten nicht nur einfache Anwendungen von Sinus und Kosinus, sondern auch der Sinussatz und der Kosinussatz waren nötig. Diese fristen im Bildungsplan aber nur ein Schattendasein. Auf diese Weise griffen die Schüler ganz tief in die mathematische Trickkiste und erlebten, dass mit den im Schuljahr erarbeiteten Geometriekenntnissen und konzentriertem Rechnen reale, knifflige Probleme gelöst werden können.    

Das DOG bedankt sich bei Herrn Wutz und allen weiteren Mitarbeitern des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis – Vermessungs- und Flurneuordnungsamt – sehr herzlich für die Planung und Durchführung des Projektes.

 

Christian Schlegl

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