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Die Festrede hielt Schwester Katharina Küster; © Peter D. Wagner

Die Schüler-Ausstellung "Religiöse Minderheiten in unserer Region" wurde im Deutschordensmuseum (DOM) eröffnet. Sie ist Teil eines Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten.

Bad Mergentheim. In der Ausstellung präsentieren Schüler einer siebten Klasse des Deutschorden-Gymnasiums (DOG) Informationen über verschiedene religiöse Glaubensgemeinschaften in der Main-Tauber-Region. Die Ausstellung ist von den rund 13-Jährigen unter Leitung von Geschichtslehrerin Claudia Popp im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten vorbereitet worden. Vorgestellt werden die religiösen Auffassungen der unterschiedlichen Gemeinschaften, ihre Geschichte und Entwicklung in der Region sowie die Wahrnehmung der Gemeinde durch ihr Umfeld.

Schwieriges Thema

Die Ausstellung zu dem schwierigen und von den Jugendlichen selbst gewählten Thema zeige, dass es bereichernd sei, sich mit Religionen zu beschäftigen, betonte Bürgermeisterstellvertreterin Sylvia Schmid bei der offiziellen Eröffnung im "Roten Saal" des DOM.

Sicherlich seien den Schülern bei ihrer Arbeit auch Schattenseiten des Themas "Religiöse Minderheiten" aufgefallen, zum Beispiel Diskriminierung, Verfolgung, Folter oder Tötung. "Was Ihr mit Eurem Beitrag geleistet habt, sollte nicht weniger als ein zündender Funke zwischen Nachbarn und Freunden sein", hob sie hervor. "Ihr habt mit dieser Arbeit Euren Horizont erweitert und ich wünsche allen Besuchern der Ausstellung, dass sie sich auf den Weg machen, den Ihr gegangen seid, damit religiöse Intoleranz kein Platz in unserer Gesellschaft hat", brachte Schmid ihre Hoffnung zum Ausdruck.

"Es geht nicht um Lernen, sondern um Bildung", meinte Christian Schlegl, stellvertretender Schulleiter des DOG, der das außergewöhnliche Engagement der Schüler bei der Erarbeitung der Ausstellung würdigte: "Ihr habt etwas für Euer Leben mitgenommen". Information, Toleranz, Respekt und gegenseitiges Verständnis würden dazu beitragen, Fanatismus entgegenzuwirken. "Hierzu leistet Eure Ausstellung einen wichtigen Beitrag", zeigte sich Schlegl überzeugt.

Religion bestehe aus einer sichtbaren Seite, wie etwa Kirchen oder Gottesdiensten, und aus einer unsichtbaren Seite, dem Glauben, erläuterte Schwester Katharina Küster, Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes, in ihrer Festrede. Glaube und Religion seien mit den Fragen verbunden, was einem Menschen Halt gebe und woher er seine Lebenskraft beziehe. "Wichtig ist, über Inhalte zu sprechen und nicht an Äußerlichkeiten hängen zu bleiben", appellierte Schwester Katharina.

Name verbindet

Beteiligte Schüler berichteten über ihre Erfahrungen bei der Themenbearbeitung. Die Kooperation zwischen Museum und Schule stellte DOM-Direktorin Maike Trentin-Meyer in den Mittelpunkt ihres Grußwortes. Da das DOG und das DOM im Namen durch den Deutschen Ordens verbunden seien, bestehe geradezu eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit. Deshalb freue sie sich ganz besonders darüber, dass die Gymnasiasten ihre Resultate aus dem Geschichtswettbewerb im DOM präsentierten.

Mit der Gestaltung eines Plakates, auf dem sich Angehörige verschiedener Religionen die Hand reichen, hätten die Jugendlichen ein zusätzliches Zeichen für Toleranz und Frieden gesetzt. Zudem wies die Museumsdirektorin darauf hin, dass drei Schüler einer zehnten Klasse des DOG die Ausstellung ergänzt und unterstützt hätten. "Wir würden uns sehr freuen, wenn weitere Kooperationen wie die jetzige mit dem DOG stattfinden", unterstrich Trentin-Meyer.

Für die musikalische Gestaltung sorgten die Musiker Daniela und Georg Ehrenwinkler mit Schülern des DOG. Sie präsentierten eine "Klangimprovisation", die an diesem Abend uraufgeführt wurde.

"Hine ma tov umah nayhim, Shevet achim gam ya-chad - Seht wie gut und angenehm, wenn Menschen in Frieden zusammenkommen" - dieser häufig bei jüdischen Sabbat-Feiern gesungene Kanon wurde sowohl als Auftakt zur Ausstellung als auch als Schluss der Eröffnung von dem Ensemble angestimmt.

Danach nutzten viele Besucher die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung sowie zum individuellen Austausch.

Autor: Peter D. Wagner

Mit freundlicher Erlaubnis der © Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 10.05.2017

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