An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

 

Spannend wurde es bei der Wahl zum Jugendgemeinderat im Mai 2017: auch einige Schülerinnen und Schüler unserer Schule ließen sich aufstellen und schafften es ins Jugendparlament der Stadt Bad Mergentheim.

 

Die Bewerber aus den Stadtteilen sind (hinten von links): Lea Deppisch, Noelle Drtil, Lucas Fitzgerald, Bastian Frasch, Justus Härtel und Annick Haßfurth sowie (vorne von links) Anja Herrmann, Pascal Baumgarten, Ramon Hübner, Pauline Löffler, Daniel Model, Jule Ulshöfer und Niklas Ulshöfer. Auf dem Bild fehlt Melina Ulshöfer. Mit freundlicher Erlaubnis von © Peter D. Wagner

Die Jugendgemeinderatskandidaten aus der Kernstadt sind (hinten von links): Robin Biere, Felix Esterl, Edwin Friedrich, Noah Gerlinger, Maximilian Herz, Sebastian Herz, Anna Hofmann, Elsa Kerscher, Mariam Kmayha, Philipp Kulzer und Kristina Milic sowie (vorne von links) Felix Müller, Mario Retzbach, Richard Schäfer, Wiebke Schnäbele, Marie-Theres Weidling, Lea Wolpert und Kevin Worster. Es fehlen Martin Müller, Benedikt Selbach und Fatima Youness. Mit freundlicher Erlaubnis von © Peter D. Wagner

 

35 Kandidaten fürs Jugendparlament

Seit 2015 gibt es in Bad Mergentheim keinen Jugendgemeinderat (JGR) mehr. Damals wurden die für eine Wahl notwendigen 20 Kandidaten nicht gefunden. Dieses Mal gibt es sogar 35 Bewerber.

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Damit das Gremium zustande kommt, ist eine Wahlbeteiligung von mindestens 30 Prozent notwendig. Wahlberechtigt sind alle 14- bis 18-Jährigen mit Hauptwohnsitz in Bad Mergentheim.

14 Mitglieder wird der JGR haben, sieben aus der Kernstadt und sieben aus den Stadtteilen. Wir stellen heute die Kandidaten ausführlich vor und baten diese vorab auch um ein kurzes Statement, jedoch wollten nicht alle eines bis zum Redaktionsschluss abgeben. Aus der Kernstadt kommen 21 Bewerber:

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Felix Esterl, 14 Jahre, DOG, Klasse 9: "Den Jugendlichen einen Ausgleich zum Schüleralltag zu bieten, steht im Mittelpunkt meiner Bewerbung. Junge Leute will ich vor allem auf sportlichem Gebiet zusammenzubringen und dadurch zum Beispiel eine offizielle Mountainbike-Strecke ermöglichen."

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Noah Gerlinger, 16 Jahre DOG, Klasse 10: "Ich will in den Jugendgemeinderat, weil ich dort meine ersten Schritte in der Kommunalpolitik machen möchte und auf der obersten Ebene die Jugendlichen vertreten will. Ich will wirklich etwas bewegen."

Maximilian Herz, 18 Jahre, DOG, Klasse 12: "Ich möchte mich für den Jugendgemeinderat bewerben, um das Mitspracherecht der Jugend gegenüber dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung wahrzunehmen. Dies möchte ich besonders bei jugendrelevanten Themen tun. Ich möchte mich für die Einrichtung eines Jugendraums einsetzen, sowie Feste und Aktionen mitgestalten."

Sebastian Herz, 16 Jahre DOG, Klasse 10: "Ich möchte etwas für die Jugend unserer Stadt bewegen und die Interessen der Jugendlichen gegenüber der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vertreten, da ich finde, dass auch Jugendliche ein Mitspracherecht in der Kommunalpolitik haben sollten."

Anna Hofmann, 18 Jahre, DOG, Klasse 11: "Gerne setze ich mich für die Wünsche und Vorschläge von den Jugendlichen ein. Ich möchte mehr Möglichkeiten für Jugendliche im Freizeitbereich erreichen und Feiern und Veranstaltungen mitgestalten."

Elsa Kerscher, 16 Jahre, DOG, Klasse 10: "Ich habe mich für den Jugendgemeinderat beworben, weil ich gut darin bin die Meinungen und Interessen von anderen zu vertreten. Durch den Jugendgemeinderat möchte ich versuchen, ein paar attraktive Projekte für die Jugendlichen unserer Stadt durchzusetzen und einen Einblick in die Stadtverwaltung erlangen."

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Philipp Kulzer, 16 Jahre, DOG, Klasse 10.

Kristina Milic, 15 Jahre, DOG, Klasse 9: "Ich kandidiere für den Jugendgemeinderat, da ich in Bad Mergentheim Folgendes verbessern möchte: Zum einen wäre es von Vorteil, an noch mehr Plätzen der Stadt wie zum Beispiel dem Freibad, freies WLAN zu integrieren. Außerdem könnte ein größeres Gemeinschaftsgefühl unter den Jugendlichen durch gut organisierte Veranstaltungen wie Partys entstehen, diese sollten dann aber auch für Heranwachsende ab dem 14. Lebensjahr erlaubt werden."

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Mario Retzbach, 18 Jahre, DOG, Klasse 12: "Meine Ziele für den Jugendgemeinderat bestehen neben der Repräsentation der Jugendlichen und deren Interessen, in der Veranstaltung verschiedener Aktivitäten und wenn möglich das Jugendhaus Marabu mit neuem Leben zu erfüllen und Events zu veranstalten."

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Wiebke Schnäbele, 16 Jahre, DOG: "Ich habe mich für den Jugendgemeinderat beworben, weil ich den Jugendlichen unsere Stadt eine Stimme geben möchte. Durch die Arbeit im Jugendgemeinderat möchte ich unsere Stadt für Jugendliche attraktiver gestalten zum Beispiel durch die Aufwertung des Jugendzentrums Marabu, Erhaltung von Sportstätten und das Veranstalten von Feten."

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Fatima Youness, 14 Jahre, DOG, Klasse 8: "Ich möchte mich gerne für die Jugend einsetzen und deren Wünschen, Problemen und Anregungen nachgehen. Ich selbst schätze mich als zielstrebig, freundlich und ehrgeizig ein."

Aus den Stadtteilen haben sich 14 Kandidaten gemeldet:

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Lucas Fitzgerald, 17 Jahre, Dainbach, DOG, Klasse 11: "Das Transportproblem von Jugendlichen aus den Stadtteilen könnte durch eine Art Mitfahrzentrale behoben werden. Außerdem möchte ich mich für einen Internetanschluss in den Klassenzimmern und ein Freibadfest von Jugendlichen für Jugendliche einsetzen."

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Mit freundlicher Erlaubnis der © Fränkische Nachrichten, Dienstag, 23.05.2017, Florian Hartmüller, Sascha Bickel (gekürzter Beitrag)

13 der 14 neuen Jugendgemeinderäte (es fehlt Ramon Hübner) trafen sich mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar (hintere Reihe, Mitte) sowie den beiden Stadtverwaltungsmitarbeitern Kerstin Odenbreit und Giuseppe Tarantini (rechts) zur konstituierenden Sitzung. Mit freundlicher Erlaubnis von © Hans-Peter Kuhnhäuser

 

Schon erste gute Ideen vorgebracht

Sie sind seit Mittwoch offiziell im Amt: Die im Mai gewählten Bad Mergentheimer Jugendgemeinderäte. Jetzt kamen sie zur konstituierenden Sitzung im Sitzungssaal des Neuen Rathauses zusammen.

Bad Mergentheim. Für die anwesenden 13 Jugendgemeinderäte - der Wachbacher Ramon Hübner fehlte - war es ein spannendes "erstes Mal". Es gab auch gleich eine "Kampfabstimmung", die allerdings alles andere als kämpferisch war: Zur Demokratie gehört eben auch, dass mehrere Bewerbungen vorliegen, auch wenn nur eine Person in ein bestimmtes Amt gewählt werden kann.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar - er ist nicht nur stimmberechtigt, sondern führt auch den Vorsitz des Jugendgemeinderates - wies in seinen einführenden Worten auf die Bedeutung der demokratischen Regeln der Willensbildung und Interessenvertretung hin.

Und er machte deutlich, dass das Engagement der Jugendlichen wichtig ist. Denn wer sonst könne die Interessen junger Menschen besser formulieren als die Jugendlichen selbst? Sein Dank galt allen Jung-Parlamentariern für ihr Engagement, vor allem aber dafür, "dass ihr Verantwortung übernehmt".

Später machte er zudem deutlich, dass die jungen Leute "ihren Weg finden müssen" - bei Forderungen, Anregungen und natürlich auch bei Anträgen an die Verwaltung und den "großen" Gemeinderat.

Sämtliche Sitzungen des Jugendgemeinderates (JGR) werden protokolliert, das Protokoll sei einsehbar, und überdies stehe der Bericht über die Arbeit des Gremiums stets ganz oben auf der Tagesordnung des Gemeinderates, betonte der OB. Diesen grundsätzlichen Erläuterungen folgte die Verpflichtung. Und die verlief wie bei den "Großen" mit dem Nachsprechen der vom OB vorgelesenen Verpflichtungsformel sowie der anschließenden Bekräftigung per Handschlag.

Ebenfalls zur Einstimmung gehörte die Vorstellung wichtiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung, vor allem vom ständigen Jugendgemeinderat-Ansprechpartner Giuseppe Tarantini (Zentrale Dienste). Mithillfe und Kooperation bot auch Carsten Pauly vom Jugendhaus Marabu an. Er sah bereits nach den ersten Wortmeldungen viele Anknüpfungspunkte.

Für den Gemeinderat war Andreas Lehr zur konstituierenden Sitzung gekommen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende machte deutlich, dass alle Fraktionen "ein offenes Ohr" hätten und gespannt darauf seien, die Ideen und Vorschläge der Jugendgemeinderäte zu hören.

Die erste Entscheidung des neuen Rates war die Wahl eines Sprechers. Und die Jugendlichen machten sich das nicht einfach. Gemeinsam wurde bei einer kurzen Besprechung - dazu verließ man die Plätze und bildete einen Beratungskreis - Niklas Ulshöfer vorgeschlagen und einstimmig per Akklamation gewählt, ebenso wie sein Stellvertreter Maximilian Herz.

Der 17-jährige Edelfinger und der 18-Jährige aus der Kernstadt werden in den nächsten zwei Jahren die "Stimme" des JGR sein. Ebenso einstimmig und in offener Abstimmung wurde Anna Hofmann (18, aus der Kernstadt) mit dem Amt der Medienbeauftragten betraut.

Die Wahl der JGR-Vertreterin im Gemeinderatsausschuss für Kinder, Jugend, Familien und Senioren war dann schon spannend, denn mit Wiebke Schnäbele (16, Kernstadt) und Anja Herrmann (16, Stuppach) gab es zwei Kandidaten. Die geheime Abstimmung entschied Schnäbele mit 9:4-Stimmen für sich. Für den Vertreterposten kandidierte erneut Herrmann sowie der 17-jährige Dainbacher Lucas Fitzgerald. Hermann gewann mit 8:5-Stimmen.

Danach stellten mehrere Jugendgemeinderäte ihre Vorstellungen zur Arbeit des Gremiums und zu Veranstaltungen vor. Klare Anträge waren das allerdings noch nicht, das Gremium hat also noch viel vor sich. Dennoch stimmt es zuversichtlich, dass bereits in der konstituierenden Sitzung Ideen angesprochen wurden.

Mehr Zeit benötigten die JGR-ler dann in der Diskussion über die Sitzungstermine. Die Sitzungstage selbst standen dabei schon fest: der Rat tagt alle zwei Monate. Die Termine sind jeweils mittwochs und fallen auf den 26. Juli, 13. September, 11. Oktober und 29. November. Schwierig war allerdings die Festlegung des jeweiligen Beginns - die jungen Leute haben volle Terminkalender. Schließlich einigte sich das Gremium auf 17.30 Uhr.

Mit freundlicher Erlaubnis der © Fränkische Nachrichten, Freitag, 23.06.2017, Hans-Peter Kuhnhäuser