An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

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Oberstudiendirektorin Sabine Rühtz verlässt Bad Mergentheim im Sommer Richtung Schwarzwald. Sie leitet seit 13 Jahren das Deutschorden-Gymnasium (im Hintergrund, mit Anbau). Mit freundlicher Erlaubnis von © Sascha Bickel

"Wir haben viel bewegt, aber nach 13 Jahren reizt mich eine neue Aufgabe", sagt Sabine Rühtz, die Schulleiterin des Deutschorden-Gymnasiums. Sie verlässt die Kurstadt Richtung Schwarzwald.

 

Bad Mergentheim. "Frau Oberstudiendirektorin Sabine Rühtz hat sich auf eigenen Wunsch auf die Schulleiterstelle des Scheffel-Gymnasiums Lahr/Schwarzwald (Ortenaukreis) beworben, mit Erfolg: Frau Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat sie zum Schuljahr 2017/2018 zur neuen Schulleiterin des Scheffel-Gymnasiums bestellt", teilt das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Weiter heißt es aus dem RP: "Da die Personalentscheidung erst vor kurzem getroffen wurde, kann das Verfahren zur Bestellung einer Nachfolgerin/eines Nachfolgers am Deutschorden-Gymnasium wie in anderen vergleichbaren Fällen auch erst jetzt eröffnet werden. Die Schulleiterstelle soll daher in der nächsten Ausgabe des im Schulbereich geltenden Amtsblatts ausgeschrieben werden; das Verfahren selber, in dem Vertreter der Schulkonferenz und des Schulträgers mitwirken, wird bis zur Bestellung der neuen Schulleitung voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Bis dahin wird der stellvertretende Schulleiter, Studiendirektor Christian Schlegl, das DOG leiten."

Sabine Rühtz kam zum Schuljahr 2004/2005 nach Bad Mergentheim, nachdem sie zuvor in Mannheim und Heidelberg sowie später in Hockenheim und Wertheim als Lehrerin gearbeitet hatte. 13 Jahre leitete sie das DOG und sucht nun eine neue Herausforderung kurz vor ihrem 60. Geburtstag. "Jetzt oder nie mehr", erzählt sie, habe sie gedacht und dann für sich entschieden. Stolz blickt sie derweil auf viele Ereignisse und Innovationen am DOG zurück.

"Noch einmal neue Ziele ins Visier zu nehmen, motiviert mich sehr", sagt Rühtz und berichtet von verschiedenen Angeboten - auch aus dem Ausland. In die engere Auswahl sollte jedoch nur eine Schule kommen, die im Ländle liegt, einen Hochbegabten-Zug hat, mit Tieren (Schulhund) arbeitet und den Austausch mit Europa groß schreibt. Auf das Scheffel-Gymnasiums in Lahr mit 820 Schülern (das DOG hat rund 550) fiel schließlich ihre Wahl. Und bei einer Vorstellung vor Ort konnte die Oberstudiendirektorin wohl ebenfalls überzeugen.

Rückblickend auf die vergangenen 13 Jahre in der Kurstadt, betont Rühtz, dass sich das DOG stark verändert und eine große Entwicklung mitgemacht habe. Das Lehrerkollegium habe sich in dieser Zeit sehr verjüngt und viele tolle Kollegen hätten die notwendigen Veränderungen gemeinsam mitgetragen. Ihr Dank gelte allen Lehrern, denn nur durch sie seien die guten Ideen und Projekte in den Klassen angekommen und umgesetzt worden.

"Wir haben hier auch eine äußerst angenehme und engagierte Schülerschaft", lobt Rühtz ihre Schule und spricht von vielen guten, persönlichen Kontakten, bis hin zu den Eltern. Das sei ihr auch von Anfang an sehr wichtig gewesen. Bei ihr habe es stets "offene" Bürotüren gegeben. Rühtz schwärmt auch von den zahlreichen sehens- und hörenswerten Aufführungen am DOG, sei es Musik, Theater oder Festivitäten. Zweimal "Schule als Staat" brachten zudem viel Arbeit, aber auch Spaß und Verantwortung mit sich.

Schulisch gesehen zählt Rühtz die aus ihrer Sicht wichtigsten Projekte und Erfolge in den vergangenen Jahren auf: Da waren die Ausarbeitung eines Konzeptes zur Integration von ausländischen Schülern, die Ausrufung als Pilotschule für Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache und gymnasialem Begabungsprofil, die Rhythmisierung des Schulalltags (Doppelstundenmodell), die Auszeichnung als MINT-freundliche Schule 2011 und 2014 (und 2017), die Ausarbeitung eines TÜV-Konzeptes zum Trainieren, Üben und Vertiefen für die Fächer Mathematik, Fremdsprachen und Biologie 2011, die Einrichtung des Musikprofils und die Arbeit mit tiergestützter Pädagogik seit 2008 (durch den Einsatz eines Schulhundes).

Weiterhin erfolgte der Aufbau einer Ganztagesbetreuung sowie einer flexiblen Nachmittagsbetreuung, die Ausarbeitung eines Dehnungsmodells für neunjährige Züge am Gymnasium 2011 und 2013, ein besonders intensiver Ausbau von inner- und außerschulischen Partnerschaften und die Ausarbeitung eines Konfliktmanagements. "Ich bin ganz gut darin, Konzepte auszuarbeiten", schmunzelt Rühtz und fügt noch an: "13 Jahre sind eine lange Zeit und eigentlich wollte ich nie nur eine Schule geleitet haben."

Mit freundlicher Erlaubnis von Sascha Bickel, © Fränkische Nachrichten, Dienstag, 20.06.2017,