An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

b_150_100_16777215_01_images_2017-18_rom1.jpgWo Cäsar zum Gott wurde und Kaiser Augustus wohnte

- Lateinschüler des Deutschorden-Gymnasiums auf Spurensuche in Rom –

Auf dem Altar des Cäsar-Tempels auf dem Forum Romanum lagen dieses Mal keine Blumen, doch ließen Kerzen erkennen, dass der berühmte Feldherr, Politiker und Schriftsteller bis heute seine Verehrer hat. Was mit Büchern durch Texte, Bilder und Rekonstruktionen in vielen Jahren im Latein –und Geschichtsunterricht erarbeitet worden war, erlebten Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10-12 des Deutschorden-Gymnasiums unter Führung von Mirjam Garlin und Ralph Müller exemplarisch dort, wo schon immer alle Straßen zusammenliefen – in Rom selbst.

b_150_100_16777215_01_images_2017-18_rom2.jpgVon den frühesten Besiedlungsspuren auf dem Palatin über Gebäude aus der republikanischen Zeit bis hin zu den Monumentalbauten der Kaiserzeit – Kolosseum, Triumphbögen der Kaier Titus, Konstantin und Septimius Severus sowie dem unvergleichlichen Pantheon – fügten sich im Laufe der fünftägigen Studienfahrt die Puzzleteile zu einem Gesamtbild römischer Geschichte und Kultur zusammen. Auch die Zeugnisse des Christentums fanden gebührend Beachtung: Inschriften und Fresken in den Katakomben zeugen von der Hoffnung der ersten Christen auf ein Leben nach dem Tode. Die Sixtinische Kapelle und die Peterskirche repräsentieren Machtanspruch und Kunstverständnis der Päpste. Dokumente auch der jüngeren Geschichte stellten einen Bezug zur Gegenwart her: Der Vaterlandsaltar für Vittorio Emanuele II verherrlicht die Vereinigung Italiens im 19. Jahrhundert. Das Nationaldenkmal der Fosse Ardeatine – nur wenige Minuten von den Katakomben entfernt – erinnert in bedrückender Weise an die Erschießung von 335 willkürlich ausgewählten Italienern 1944 nach einem Anschlag der Resistenza auf SS-Männer in Rom.

Die römischen Verkehrsmittel – immer voll, aber immer zuverlässig – unterstützten die Gruppe bei ihrer Spurensuche. Doch wurden die meisten Wege auf hartem römischen – nicht selten antikem – Pflaster zu Fuß zurückgelegt – voll Unverständnis über diejenigen, die glauben, man könne historische, kulturelle und urbane Zusammenhänge vom Deck eines Sight-Seeing-Busses aus erkennen.

b_150_100_16777215_01_images_2017-18_rom3.jpgDie Studienfahrt ist Bestandteil des Fahrtenkonzepts der Latein-Fachschaft, das auf dem Prinzip „Von der Nähe in die Ferne“ (Osterburken, Aalen, Trier, Rom) basiert und seit Jahren erfolgreich praktiziert wird.

Alle Schülerinnen und Schüler beteiligten sich mit der Zusammenstellung von Materialien, Referaten und Tagesberichten an der Programmgestaltung und investierten gerne vier schulfreie Tage für diese faszinierende Begegnung mit der Antike.

Die Landesstiftung „Humanismus heute“ unterstützt die Fahrt mit einem Zuschuss.

Ralph Müller