An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

Stürmischer Applaus des begeisterten Publikums

Das Jugendsinfonieorchester Bad Mergentheim unter der Leitung von Axel Bähr. © Wagner
Das Jugendsinfonieorchester Bad Mergentheim unter der Leitung von Axel Bähr. © Wagner
Das Konzert in der sehr gut besuchten Wandelhalle wurde in Kooperation mit dem Deutschorden-Gymnasium (DOG) und der Kurverwaltung präsentiert.

Auf dem Programm standen erneut eine bunte Mischung und Vielfalt verschiedener Musikstilrichtungen sowie von berühmten oder auch weniger bekannten, jedoch ebenso unvergesslichen Komponisten unterschiedlicher Zeitepochen. Das breitgefächerte Repertoire umfasste sowohl Klassikwerke aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert als auch zeitmoderne und populäre Filmmusiken.

 

 

Als Solistin an der Querflöte stellte Linda Ruess ihr großes Talent unter Beweis. © Wagner
Als Solistin an der Querflöte stellte Linda Ruess ihr großes Talent unter Beweis. © Wagner
Das JSO – ein Kooperationsprojekt des DOG, der Jugendmusikschule Bad Mergentheim sowie der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal (Lauda) – besteht aus rund 60 Nachwuchsmusikern im Alter zwischen etwa elf und 19 Jahren. In den rund drei Jahrzehnten seines Bestehens absolvierte das Orchester unter der Leitung seines Gründers und Dirigenten, dem DOG-Musiklehrer Axel Bähr, eine große Vielzahl an Konzerten und etliche Konzertreisen, unter anderem in die Niederlande, nach Finnland, Norwegen, Schweden, Ungarn, Brasilien sowie in die Bad Mergentheimer Partnerstädte Borgomanero (Italien) und Digne (Frankreich). Eröffnet wurde die Konzertsoiree mit der anspruchsvollen sowie dramatischen und spannungsgeladenen Ouvertüre zur Oper „Sárka“ des tschechischen Komponisten Zdenek Fibich. Beim darauf folgenden Flötenkonzert in D-Dur des niederländischen Komponisten und Musikers Friedrich Schwindl glänzte Linda Ruess an der Querflöte mit musikalischem Talent und mit Souveränität als Solistin. Vor allem beim abschließenden Solo im zweiten und letzten Satz „Allegro“ stellte sie ihr musikalisches Geschick besonders hervorragend unter Beweis, das Ruess bereits in vielen Konzerten zeigen konnte.

 

 

Solistisch brillierte Elias Burkhardt bei Paganinis „Moses-Fantasie“ an der Violine. © Wagner
Solistisch brillierte Elias Burkhardt bei Paganinis „Moses-Fantasie“ an der Violine. © Wagner
Gleichsam sehr stimmungsvoll waren der „Festzug des Sadar“ aus der Suite „Kaukasischen Skizzen“ des russischen Komponisten und Dirigenten Michail Ippolitov-Ivanov, deren eingängige exotische Harmonik vom JSO ausgezeichnet wiedergeben wurde, sowie Gustav Holsts „Hampshire Suite, op.28 Nr. 2“, aus der in Arrangements von Gordon Jacob die beiden beschwingten und munteren Sätze: „March“ und „Fantasia On The Dargason“ zu hören waren. Solistisch brillierte der JSO-Konzertmeister Elias Burkhardt bei Nicolo Paganinis „Moses-Fantasie“. In seinem Violin-Solo führte Burkhardt mit seiner ausdrucksstarken und filigranen Spieltechnik beeindruckend das Vermächtnis des berühmten italienischen Geigenvirtuosen fort.

Film- und Videomusiken standen im Mittelpunkt des zweiten Konzertabschnittes. Zum einen Ralph Fords „Suite from Video Games Live“ unter anderem mit den Titeln „Halo Theme“ aus „Halo Suite“, „Baba Yetu“ aus „Civilization IV“ und Bounty Hunter Theme“ aus „Advent Rising Suite – Kingdom Hearts“, zum zweiten Höhepunkte aus „Jurassic Parc“ von John Williams, dessen Titelmelodie zu einer der bekanntesten Filmmusiken aller Zeiten gehört. Die dynamischen, emotionsgeladenen Melodien atmosphärischer Musik in „Video Games Live“ wurden vom JSO ebenso wunderbar dargeboten wie das von Abenteuerlust geprägte Klangbild in „Jurassic Park“ zum Abschluss des offiziellen Programms, das von Daniel Pankeyev und Ian Zalles moderiert wurde.

 

Als Zugaben präsentierte das JSO den zahlreichen Zuhörern „Farandole“ aus George Bizets Orchestersuite „L’Arlésienne“ und den 80er-Jahre-Hit „Let’s Groove“ der Soul-Funk-Rock-Band „Earth, Wind & Fire“. Damit bedankte sich das JSO für den stürmischen Applaus des begeisterten Publikums, den sich das gesamte Ensembleteam nebst beiden Solisten, Leiter und Dirigent Bähr sowie den Stimmführerdozenten Christiane Stribel-Berge, Andreas Berge und Hubert Holzner absolut verdient hatte. Denn auch bei seinem diesjährigen Jahreskonzert überzeugte das Orchester unter Bährs einfühlsamer Regie erneut sowohl mit musikalisch sehr hohem Qualitätsniveau, bemerkenswerter Klangfülle, sensibler Dynamik und tonaler Präzision als auch mit einer sehr gelungenen, stilvollen, anspruchsvollen und außergewöhnlichen Repertoireauswahl, die teils sehr Bekanntes, teils eher Unbekanntes enthielt.

In einem Resümee hob der neue DOG-Leiter Christian Schlegel seinerseits beides hervor. Zugleich dankte er allen beteiligten Akteuren für den wundervollen Konzertabend, bevor er die Nachwuchsmusiker verabschiedete, die nach Absolvieren ihres Abiturs in diesem Jahr womöglich aus dem Orchester ausscheiden müssen. Dies sei vor allem auch für JSO-Leiter Bähr immer wieder eine herausfordernde Aufgabe, die Lücken zu schließen, wenn Jahr für Jahr frische Abiturienten das Orchester verlassen müssten, betonte Schlegel.

Mit freundlicher Erlaubnis der © Fränkischen Nachrichten, Dienstag, 26.06.2018, Autor: Peter Wagner