An dieser Stelle berichten wir von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen aus dem Schulleben - von A wie Abiball bis Z wie Zeugnisausgabe.

b_150_100_16777215_01_images_2017-18_Besuch9cBeckstein.jpgBesuch bei der Winzergenossenschaft Beckstein

Unter Begleitung von Frau Hübener und Herrn Hahn begannen wir die die Anreise mit dem Fußweg zum Bad Mergentheimer Bahnhof. Anschließend stiegen wir in den Bus nach Königshofen ein. Dort angekommen, wanderten wir mitten durch die Natur, um nach einem ordentlichen Fußmarsch an der Becksteiner Winzer eG anzukommen.

 

Führung vom Kellermeister Manfred Braun

Manfred Braun, der Kellermeister der Becksteiner Winzer eG, empfing uns am Vorplatz des Gebäudes und führte uns dann zur Maischanlage. Dort erklärte er uns, wie die Genossenschaft funktioniert: 354 Mitglieder aus 20 umliegenden Weinorten beliefern die Winzerei mit frischen Trauben bester Qualität. Die Weingenossenschaft bezahlt dann den Bauern einen angemessenen Preis, welcher sich aus dem Zuckergehalt, gemessen in Grad Oechsle, und der Menge der Trauben zusammensetzt. Ebenso erläuterte er uns, dass die Traubenhaut eine andere Farbe als das Traubeninnere haben kann.

Darauffolgend erklärte er uns die Funktionsweise der zur Maischeherstellung genutzten Anlage, welche wir auch sehen konnten: In den Maischanlagen befindet sich ein Blasebalg, welcher die Trauben nach dem Aufblasen zerdrückt. Im Boden der Maische befinden sich große Siebe, welche die Säfte von Traubenschale, Traubenkern und Stängel trennen.

Ungefähr fünf Anlagen laufen zur Erntezeit 24 Stunden und 7 Tage die Woche. Nun läuft der Traubenmost in den Keller, wo er weiterverarbeitet wird. Nachdem wir uns noch das Innere der Maische ansehen durften, wurden wir in das Glaslager geführt. Wir sahen Stapel über Stapel von Europoolpaletten voller leerer Flaschen unterschiedlichster Farbe und Form. Vom Glaslager aus gingen wir zur mechanischen Abfüll- und Verpackungsanlage, die mit einer großen Tür vom Lager getrennt war. Sauberkeit ist hier erstes Gebot. Die Flaschen werden durch ein Fließband zunächst in die Reinigung, dann in die Abfüll- und schließlich in die Verpackungsanlage befördert. In der Verpackungsanlage wurden die Flaschen schlussendlich lieferungsbereit in Kartons verpackt. Die Kartons, welche sich auf Europoolpaletten befanden, wurden dann mithilfe eines Gabelstaplers ins Lager chauffiert. Herr Braun führte uns durch das Lager, in welchem er uns noch die Funktionsweise der Logistik erklärte: Der Auftrag trifft ein, dieser wird zusammengestellt und dann abgeschickt. Jede Reihe bestand aus einer neuen Weinsorte, von normalem bis edlen Wein, jeder war dort vorhanden. Vom Lager aus gingen wir daraufhin in den Weinkeller, wo sich Tanks voller Weinmost, gegoren oder nicht gegoren, befinden. Diese Tanks werden gekühlt, da das Enzym Hefe, welches für die Gärung zuständig ist, über 30°C denaturiert.

Erläuterung des Marketings durch Michael Spies

Nach der Führung wurden wir wieder zum Vorplatz geleitet. Dort angekommen warteten wir noch kurz und wurden daraufhin bereits von Michael Spies, dem Marketingmanager, begrüßt.

Er begleitete uns mit in den Weinkeller, woraufhin er uns über die grundlegenden Dinge des Marketings, insbesondere darüber, wie man PR macht, informierte.  Weiter führte er aus, dass es um einen Kunden zum Kauf anzuregen drei wichtige Punkte gibt:  erstens das Etikett, welches das Äußere darstellt und den ersten Eindruck bewirkt. Zweitens ein niedriger Preis, welcher das Produkt für eine größere Gruppe zugänglich macht. Und drittens die Qualität, welche Kunden zum Wiederkauf anregt. Er gab uns viele Flaschen des alkoholfreien Erfrischungsgetränks der Becksteiner namens Traubenhasi, welche wir allesamt konsumierten. Währenddessen erzählte er uns noch mehr über das Marketing und die Premiummarke KILIAN, deren Name sich vom heiligen Bischof St. Kilian herleitet, welcher Beckstein zum katholischen Glauben bekehrte. Schlussendlich führte er uns noch durch die Vinothek, wo häufiger Veranstaltungen stattfinden.

Nach der reichlichen Stärkung mit dem Traubenhasi gingen wir wieder über den Berg zurück nach Königshofen, jedoch diesmal zum Bahnhof, um in die Regionalbahn nach Bad Mergentheim zu steigen. Dort angekommen, verabschiedeten wir uns und gingen nach Hause.

Zur Initiative

Die Verbindung zwischen dem DOG und der Becksteiner Winzer eG wurde im Jahre 2017 erstmalig von Herrn Hahn initiiert. Im Zuge des Bildungsplaninhaltes „alkoholische Gärung“ für das Fach NwT in Klasse 9 erfahren die Schülerinnen und Schüler am außerschulischen Beispiel von Experten die Herstellung und Vermarktung regionaler Produkte in Deutschland und weltweit. So lassen sich auch Parallelen zu den Fächern Wirtschaft und Geographie herstellen.

Die Klasse 9c