Auf den Spuren des Kaisers Augustus: Lateinexkursion nach Augsburg
His (sc. Romanis) ego nec metas rerum nec tempora pono: imperium sine fine dedi. – „Den Römern setze ich keine Grenzen in Raum und Zeit: ich habe ihnen eine Herrschaft ohne Ende gegeben.“
Unmissverständliche Worte, die der römische Dichter Vergil im ersten Buch der Aeneis Jupiter in den Mund legt, um den Herrschaftsanspruch und die Machtentfaltung der Stadt am Tiber durch die Autorität des höchsten römischen Staatsgottes zu legitimieren.

Und zumindest aus der Perspektive der zeitgenössischen Leser sollte er auch Recht behalten: Ist es den Nachfahren des Romulus doch gelungen, ihre Hegemonie im Laufe der Jahrhunderte nicht nur über den Mittelmeerraum auszudehnen, sondern auch – trotz mancher Rückschläge – bis in die finsteren Wälder Germaniens vorzudringen, wo sie – wenn wir Caesar glauben dürfen – selbst auf Einhörner und allerhand andere phantastische Wesen treffen konnten. Wir freilich stehen den Expansionsbestrebungen der Römer heute mit kritischer Distanz gegenüber – nicht zuletzt auf Grund der Erfahrungen unserer eigenen Tage, die uns ermessen lassen, welch unsagbares Leid über die Opfer imperialer Großmachtpolitik kommt.
Gleichzeitig wird aber kaum jemand seine Bewunderung für die kulturellen Leistungen der Römer leugnen können, wenn er im Süden Frankreichs vor den Ruinen des Amphitheaters von Arles steht oder die antiken Bauten im nordafrikanischen Leptis Magna besucht. Und auch bei uns finden sich noch zahllose Spuren der einstigen Invasoren, so beispielsweise in Augsburg. Unter der Herrschaft des Kaisers Augustus im Jahr 15 v. Chr. als Heerlager auf dem Gebiet der Vindeliker gegründet, zählt die spätere Hauptstadt der römischen Provinz Raetia zu den ältesten Orten Deutschlands. Genau hier konnten sich am 16. April 2026 auch etwa 40 Schüler der achten und elften Klassen gemeinsam mit Herrn Fahlke und Herrn Warzecha auf die Spuren der Römer in Deutschland begeben, um vor Ort so manches Neue zu entdecken, das im Klassenzimmer oft verborgen bleibt.

Text und Bilder: Markus Warzecha
